Michael Hartz – wie er hemmungslos Arbeitslose abkassiert

„Saarländer helfen Saarländern“, eine Aussage, die im ersten Moment nach Wohltätigkeit und Menschlichkeit klingt, nach selbstlosen Opfern, um anderen aus Notsituationen heraus zu helfen. Tatsächlich ist die Stiftung gegründet worden,um unter anderem in Not geratenen Langzeitarbeitslosen und Hartz Vier Empfängern eine Perspektive zu geben. So mutet auch das neueste Projekt der Stiftung unter dem Arbeitsmotto „Minipreneure“ zunächst sehr nobel an. Verspricht es doch Verdienst, Selbständigkeit und Zukunft.

Das Projekt selbst richtet sich an Arbeitslose, Kleinunternehmer, Hartz Vier Empfänger, an Menschen mit Existenzangst und Perspektivlosigkeit, denn sie sind wohl geeignete Opfer für ein solches „Abzockerprojekt“. Federführend bei dem Projekt „Minipreneure“ ist die Stiftung „Saarländer helfen Saarländern“ als dessen Schirmherr Michael Hartz, der Sohn von Peter Hartz, fungiert. Peter Hartz war es, der mit der Entwicklung der Hartz Gesetze zu Beginn unseres Jahrtausends Millionen Menschen in das gesellschaftliche AUS drängte und sicher selbst nicht schlecht daran verdiente. Nun ist es sein Sohn, der nicht ganz uneigennützig sich eben diesen Menschen anbietet, um an ihnen zu verdienen. Vielversprechend heißt es, dass jeder Mensch seine Talente nutzen kann, um damit wenigstens etwas zu verdienen. Nach dem Motto: Gib dich mit wenig zufrieden und teile das mit uns, werden verzweifelte Arbeitslose angelockt.

Worin besteht nun das angeblich wohlwollende Projekt „ Minipreneure“? Im eigentliche Sinne ist es eine Webpräsenz unter der Domain www.minipreneure.de, die an eine schlecht besuchte Auftragsbörse erinnert. Einige wenige „Miniunternehmer“ bieten dort ihre Dienstleistungen an, die fein säuberlich in vorgegebenen Rubriken geordnet werden müssen. Dienste außerhalb der vorgeschlagenen Rubriken dürfen laut AGB nicht angeboten werden. Arbeitslose, die zukunftssicher dort ihr Angebot als kleiner Dienstleister offerieren möchten, müssen sich zuerst registrieren. Die Registrierung selbst ist kostenlos, allerdings kommt laut AGB der Minipreneur GmbH mit Zusendung und Annahme der Zugangsdaten zum Portal, ein rechtsgültiger Vertrag zu Stande. Dieser besagt dann, dass die Mitgliedschaft für Dienstleistungsanbieter dort monatlich stolze 10,- Euro kostet. Für einen Langzeitarbeitslosen oder Hartz Vier Empfänger bedeutet dies eine Menge Geld und das für Leistungen, die er an anderer Stelle umsonst bekommt. Neben den 10 Euro Mitgliedsbeitrag kassiert der Plattformbetreiber allerdings zusätzlich, falls zwischen einem Dienstleister und einem Auftraggeber ein Vertrag zu Stande kommt. In diesem Fall werden 10 Prozent des Nettoumsatzes als eine Art Provision (wofür eigentlich???) fällig. Diese zahlt natürlich der Dienstleister, der eigentlich Geld verdienen wollte, anstatt es auszugeben. Damit dem Projekt die Gelder auch wirklich zufließen, übernimmt es mildtätig die Abrechnung für die erbrachten Leistungen und versendet im Namen der Dienstleister die Rechnungen. Achtung, die 10 Prozent vom Nettoumsatz werden auch dann fällig, wenn der Auftraggeber nicht zahlt. Nach der Devise „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser“ muss der Leistungserbringer monatlich einen sogenannten Arbeitszeitnachweis erbringen und diesen bei „Minipreneure“ vorlegen. Für Dienstleistungssuchende ist das komplette Portal selbstredend kostenlos.

Da „Minipreneure“ anscheinend im Saarland nicht genügend willige (doofe) Arbeitslose finden, planen sie demnächst auch in Berlin eine Zweigstelle zu eröffnen. Zuvor jedoch spekulieren sie im Saarland auf die Schlecker – Frauen. Jeder Schlecker – Frau, die von der Bundesanstalt für Arbeit nicht in einen Job vermittelt werden kann, wird angeboten, sich mit Hilfe von „Minipreneure“ in die Selbständigkeit zu begeben.

Sicher kann man nicht in Abrede stellen, dass man mit schlummernden Talenten, Tatkraft und Unterstützung Geld verdienen kann. Aber, liebe Arbeitslose, Langzeitarbeitslose, Hartz Vier Empfänger und Hartz Vier Verweigerer, sowie Schlecker – Frauen…..selbstständig sein heißt nicht, dass man einem Herrn Hartz noch die Taschen füllen muss.

Ein Kommentar:

  1. zweitadresse77@googlemail. com

    Ich hab gerade mal aus Neugier diese beschrieben Webseite besucht um zu ergründen, welchem geistigen Erguss sich der Hartz Sprössling hingegeben hat. Offensichtlich fällt der Apfel tatsächlich nicht “weit vom Stamm”.

    Die beschriebene Abrechnungspraxis (das die Abrechnung durch das Projekt erfolgt) nimmt dem Hilfesuchenden die letzte Chance, wirklich selbst-ständig zu sein. So sollte man den Menschen doch die Gelegenheit geben, für ihre erbrachte Leistung auch selber die verdiente “Ernte” einzufahren. Die Arbeitssuchenden hier mit dem Verweis auf die Arbeitsagentur zu umgarnen und mit dieser, um Seriösität bemühten Webseite zum Abschluss eines Vertrages zu beeinflussen, ist ja wirklich erbärmlich.

    Am Design und am Auftreten wurde ja nicht gespart, aber die dahinter stehenden Ideen& Aufträge, engen den Minipreneur ein und zwängen ihn in dieses Korsett der Abzocke.

    Mir fallen Aufträge ins Auge wie,

    Zitat “Nahverkehrs (Sprach-) Lehrer/in
    Der Weg zur Arbeit ist eine prima Gelegenheit zur Weiterbildung: Im Normal-fall fährt man jeden Tag zur gleichen Zeit die gleiche Strecke. Der Nahverkehrslehrer steigt zu und unterrichtet einzelne Schüler oder Gruppen von Interessierten. Je nach Neigung und Vorbildung können Sprachen oder Computer-Techniken vermittelt werden, auch Nachhilfe für Schulkinder oder Hausaufgabenbetreuung auf der Fahrt von der Schule nach Hause ist denkbar.”

    Wie hilflos die Menschen hier an scheinbar einträgliche Dienstleistungen herangeführt werden sollen, damit in jedem Fall erstmal ein Vertrag zustande kommt und Herr Hartz dann abkassieren kann. Der einzige Gewinner, dieses Projektes… An der monatlichen Gebühr zu verdienen, eine Verdienstprämie für abgewickelte “Dienstleistung” (oder das, was Herr Hartz dafür hält) und eine pauschale für NICHT zustande gekommene Leistungen.

    Und das alles abgerechnet, vom Ideengeber höchst selbst… damit auch nichts schief geht.

    Wohl dem, der eigene Ideen hat.